Leuna-Dialog 2026 überzeugt mit starker Resonanz und intensivem Austausch in bewegten Zeiten

Mit einer erneut starken Resonanz aus Industrie, Dienstleistung, Forschung und Politik fand am gestrigen Donnerstag die Fachmesse „Leuna-Dialog 2026“ im cCe Kulturhaus Leuna statt. Die 21. Auflage der Standortmesse brachte mehr als 120 Aussteller sowie zahlreiche Fachbesucher aus ganz Deutschland zusammen und bestätigte einmal mehr die Bedeutung des persönlichen Austauschs, insbesondere vor dem Hintergrund der anspruchsvollen wirtschaftlichen Lage der chemischen Industrie. Ausrichter der Messe war erneut die InfraLeuna GmbH, Betreiber und Infrastrukturdienstleister am Chemiestandort Leuna.

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Standortmesse „Leuna-Dialog“ 2026 – Bildquelle: Lothar Teschner

Eröffnet wurde die Leuna-Dialog 2026 von Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, gemeinsam mit Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland im Bundesministerium der Finanzen, die sich mit einem Grußwort per Videoaufzeichnung an die Teilnehmenden richtete.

Dr. Christof Günther mahnte dringend notwendige strukturelle Reformen der deutschen und europäischen Energie-, Klima- und Rohstoffpolitik an, zeigte sich jedoch überzeugt von der Zukunftsfähigkeit des Chemiestandortes Leuna.

„Die chemische Industrie in Deutschland befindet sich in einer akuten Notlage. Darauf muss in Berlin und Brüssel mit einem Rettungsprogramm reagiert werden. Der Industriestrompreis ist ein erster kleiner Schritt, reicht aber bei weitem nicht aus. Anstelle von weiter drohenden Verschärfungen brauchen wir substanzielle Entlastungen im europäischen Emissionshandel“, so Christof Günther.

Zahlreiche Investitionen und Bauprojekte – darunter von UPM Biochemicals, TOPAS Advanced Polymers, das DLR Projekt, die Elektrolysevorhaben der Linde sowie die Neuansiedlung von MicroHarvest – unterstrichen ebenso wie die Infrastrukturinvestitionen der InfraLeuna die Entwicklungsdynamik des Standortes. Mit der Übernahme der DOMO Caproleuna GmbH durch die Leuna   Polyamid GmbH werde zudem ein wichtiger Produktionsbereich gesichert und strategisch weiterentwickelt. „Die Übernahme dieses Anlagenkomplexes durch die InfraLeuna und LEUNA-Harze ist ein einzigartiger Vorgang in der deutschen chemischen Industrie, mit dem Synergien und Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts Leuna gesichert werden“, ist Christof Günther überzeugt.

Diese Einschätzung teilte auch Elisabeth Kaiser, die die Entwicklung des Standortes ausdrücklich würdigte: „Es ist schön, die Stärke und Innovationskraft des Standorts Leuna hier zu erleben. Trotz globaler Herausforderungen zeigt Leuna mit dynamischem Wachstum und der Rettung von 440 Arbeitsplätzen bei der Leuna Polyamid GmbH seine Widerstandsfähigkeit. Der Chemiepark Leuna steht mit seiner 110-jährigen Tradition als ein Vorbild für die Zukunft der Chemie-Industrie. Die Bundesregierung unterstützt die Branche mit der „Chemie-Agenda 2045“ und setzt auf Nachhaltigkeit und Innovation. Unser Ziel ist klar: Deutschland soll weltweit führend in der Chemie-, Pharma- und Biotechnologie-Branche bleiben.“

Grußworte richteten zudem der Landrat des Saalekreises in Sachsen-Anhalt, Hartmut Handschak, Bürgermeister der Stadt Leuna, Michael Bedla, und Sebastian Müller-Bahr, Oberbürgermeister der Stadt Merseburg, an die Aussteller und Besucher der Messe und unterstrichen die enge Verbindung zwischen Chemiestandort, Region und Kommunen.

Viele Gespräche zwischen Industrie, Dienstleister, Forschung und Politik spiegelten die derzeitigen Belastungen der Branche wider, zugleich aber auch den klaren Willen, Zukunftsperspektiven aktiv zu gestalten. Unternehmen präsentierten bewährte und neue Technologien sowie nachhaltige Lösungen, während Fachvorträge und Diskussionsrunden wertvolle Impulse für die Zukunft des Standorts lieferten.

Den Auftakt machte am Vormittag Jan Philipp Birke, Head of Operations der MicroHarvest GmbH. In seinem Vortrag stellte er die geplante Ansiedlung des Hamburger Biotech Unternehmens am Chemiestandort Leuna vor. Ein Schritt, der für MicroHarvest den Übergang vom Technologieaufbau zur industriellen Kapazität markiert. MicroHarvest nutzt biotechnologische Fermentationsprozesse zur Herstellung nachhaltiger Proteiningredienzien im industriellen Maßstab — unabhängig von Saison, Boden und Lieferkettenschwankungen. Birke betonte, dass Leuna mit seiner gewachsenen Industrieinfrastruktur, den verfügbaren Versorgungsleistungen und dem agrarnahen Umfeld ideale Voraussetzungen bietet, um neue Produktionskonzepte zügig in großskalige industrielle Realität zu überführen. Die Ansiedlung steht exemplarisch für die nächste Generation industrieller Biotechnologie und für Leuna als Standort einer zukunftsfähigen europäischen Ernährungswirtschaft.

Am Nachmittag konnten die Messebesucher zudem im Vortag von Helge Schröter, Produktionsleitung Region Ost der Linde Gas Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG, erfahren, wie Linde mit den geplanten Elektrolyse-Technologien am Standort Leuna die zukünftige Versorgung von Industriekunden mit nachhaltigem Wasserstoff aufbaut. Im Fokus standen das künftige Leistungsangebot sowie die Rolle der 5 MW Alkali Elektrolyse und der 24 MW PEM Elektrolyse, die gemeinsam eine sichere, skalierbare und bedarfsgerechte Wasserstoffversorgung ermöglichen sollen. Am Beispiel des Standorts Leuna erläuterte Schröter, wie Industrieunternehmen langfristig bei der Umsetzung ihrer Dekarbonisierungsstrategien unterstützt werden können.

Einen praxisnahen Abschluss bildete der Vortrag von Sebastian Ludwig, Servicebereichsleiter Logistik der InfraLeuna GmbH. Er stellte das neue zentrale Aufheizterminal für Bahnkesselwagen vor, das Anfang 2026 in Betrieb genommen wurde. Vor dem Hintergrund veränderter globaler Lieferketten erläuterte Ludwig, wie temperatursensible Stoffe, insbesondere Schwefel, durch kontrollierte, zentrale Aufheizprozesse wieder zuverlässig entladefähig gemacht werden können. Mit der neuen Aufheizinfrastruktur schafft die InfraLeuna eine leistungsfähige Plattform, die sowohl Standortkunden als auch externe Unternehmen in ihre Logistikkonzepte integrieren können.

Die Leuna-Dialog 2026 fiel in ein besonderes Jahr: Die InfraLeuna GmbH begeht 2026 ihr 30 jähriges Bestehen. Drei Jahrzehnte Standortbetrieb und kontinuierlicher Ausbau der Infrastruktur bilden heute die Grundlage dafür, dass Leuna auch in Zeiten des Umbruchs ein attraktiver Produktionsstandort bleibt. Zugleich zeigte die Messe, dass der Chemiestandort Leuna trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen über Handlungsfähigkeit, Innovationswillen und ein belastbares Netzwerk verfügt. „Die Leuna-Dialog steht für das, was unseren Standort stark macht: Austausch, Partnerschaft und den gemeinsamen Blick nach vorn. Die Messe zeigt, dass der Chemiestandort Leuna auch in herausfordernden Zeiten Zukunft hat und aktiv gestaltet wird. Dafür werden wir als InfraLeuna weiterhin leistungsfähige Infrastruktur bereithalten und den Dialog konsequent fördern“, so Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH.

Presseanhang
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Standortmesse „Leuna-Dialog“ 2026 im cCe Kulturhaus Leuna – Bildquelle: Lothar Teschner

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Dr. Christof Günther, Geschäftsführer InfraLeuna GmbH, bei der Eröffnungsrede der Standortmesse „Leuna-Dialog“ 2026 – Bildquelle: Lothar Teschner

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Eröffnung der Standortmesse „Leuna-Dialog“ 2026 (v.l.): Sebastian Müller-Bahr, Oberbürgermeister der Stadt Merseburg, Hartmut Handschak, Landrat des Saalekreises in Sachsen-Anhalt, Dr. Christof Günther, Geschäftsführer InfraLeuna GmbH, Klaus Paur, Geschäftsführer der LEUNA-harze GmbH, Michael Bedla, Bürgermeister der Stadt Leuna – Bildquelle: Lothar Teschner

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Vortrag durch die Linde Gas Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG als Teil des Begleitprogramms bei der 21. Standortmesse „Leuna-Dialog“ – Bildquelle: Lothar Teschner

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