Feierliche Eröffnung anaerobe Abwasserbehandlungsanlage

Neue anaerobe Abwasserbehandlungsanlage stärkt nachhaltige Infrastruktur am Chemiestandort Leuna   

Der Chemiestandort Leuna schafft mit modernen, ressourcenschonenden Lösungen die Voraussetzungen für die Industrie von morgen.

Ein aktuelles Beispiel ist die heutige feierliche Inbetriebnahme einer neuen anaeroben Abwasserbehandlungsanlage durch die InfraLeuna GmbH, im Beisein von Elisabeth Kaiser, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Bundesministerium der Finanzen, sowie Vertretern von anderen beteiligten Unternehmen und der UPM Biochemicals GmbH.

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v. l. n. r.: Falko Keck, Production Manager, UPM Biochemicals GmbH, Elisabeth Kaiser, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Bundesministerium der Finanzen, Dr. Christof Günther, Geschäftsführer InfraLeuna GmbH, bei der feierlichen Inbetriebnahme der anaerobe Abwasserbehandlungsanlage am Chemiestandort Leuna- Bildquelle: InfraLeuna

Die Anlage wurde im Zuge der Ansiedlung des finnischen Unternehmens UPM errichtet und ergänzt die nachhaltige Infrastruktur des Standortes gezielt um eine Technologie zur Behandlung anspruchsvoller industrieller Abwässer.

UPM nimmt derzeit in Leuna eine weltweit einzigartige Bioraffinerie in Betrieb, in der Biochemikalien auf Basis von nachhaltig gewonnenem Laubholz hergestellt werden. Diese ersetzen fossile Rohstoffe in zahlreichen Anwendungen, etwa in Verpackungen, Textilien, Kosmetikprodukten oder Gummi. Mit einem Investitionsvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro gehört das Projekt zu den größten Industrieinvestitionen der vergangenen Jahre in Deutschland und ist zugleich die bedeutendste im Bereich Biochemikalien in Europa. Nach vollständiger Inbetriebnahme wird die Anlage jährlich rund 220.000 Tonnen fortschrittlicher Biochemikalien produzieren.

Mit dem innovativen Verfahren gehen auch neue Anforderungen an die Infrastruktur einher, u.a. bei der Behandlung des entstehenden stark organisch belasteten Abwasserstroms, der eine speziell angepasste Behandlung erfordert.

Genau hier setzt die neue Anlage zur Abwasservorbehandlung an: Das Abwasser wird zunächst anaerob, also ohne Sauerstoffzufuhr, vorbehandelt. In diesem Prozess werden organische Inhaltsstoffe mithilfe mikrobiologischer Verfahren effizient abgebaut, bevor es zur weiteren Reinigung in die zentrale biologische Abwasserbehandlungsanlage am Chemiestandort eingespeist werden kann.

Die Vorteile der eingesetzten Technologie sind vielfältig: So werden hohe Abbaugrade der organischen Belastung (CSB-Reduktion von mindestens 80 %) erreicht, während gleichzeitig der Energieeinsatz im Vergleich zu konventionellen aeroben Verfahren deutlich reduziert wird. Zudem fällt spürbar weniger Klärschlamm an. Ein besonderer Mehrwert entsteht durch die energetische Nutzung des Prozesses: Rund 6 MW Biogasleistung werden kontinuierlich erzeugt und in das Erdgasnetz des Chemiestandortes eingespeist. Die Anlage leistet damit nicht nur einen Beitrag zur effizienten Abwasserbehandlung, sondern auch zur nachhaltigen Energieversorgung am Standort.

Staatsministerin Elisabeth Kaiser erklärt:
„Die neue Anlange zur anaeroben Abwasserbehandlung ist eine bedeutende Investition in die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft des Chemiestandorts Leuna. Besonders freut mich, dass sie den Standort nicht nur produktiver, sondern zugleich nachhaltiger macht und erneuerbare Energie für weitere Produktionsprozesse bereitstellt. Leuna zeigt eindrucksvoll, wie innovativ die ostdeutsche Chemieindustrie ist und welchen wichtigen Beitrag sie zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten kann. Der Chemiestandort Leuna steht damit beispielhaft für erfolgreiche industrielle Transformation. Was hier gelingt, kann Vorbild und Impuls für Chemie- und Industriestandorte in ganz Deutschland sein.“

Mit einer Behandlungskapazität von 4.000 m³ Abwasser pro Tag und Investitionen in Höhe von 36,7 Mio. € für die Anlage selbst sowie weiteren rund 6 Mio. € für die Biogaseinspeisung gehört sie zu den bedeutenden Infrastrukturprojekten der vergangenen Jahre am Standort. Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise: Zunächst wird das Abwasser von UPM in steigenden Mengen eingeleitet und die Bioreaktoren werden mithilfe von sogenanntem Impfschlamm – spezialisierten anaeroben Bakterien, die sich als Biofilm auf kleinen mineralischen Trägern wie vorwiegend Kalk ansiedeln – angefahren, während parallel die Gasaufbereitung startet und der Gasspeicher mit Biogas befüllt wird. Anschließend werden Durchfluss und Belastung kontinuierlich erhöht, bis die Anlage ihre volle Leistung erreicht.

Matthias Schleicher, Director Leuna Biorefinery Operations, erklärt:
„Der Chemiestandort Leuna bietet uns mehr als eine Adresse - er bietet einen Partner, der bereit ist, neue Wege mitzugehen. Die anaerobe Abwasserbehandlungsanlage, die InfraLeuna eigens für unsere Bioraffinerie entwickelt hat, ist ein konkretes Beispiel dafür: Keine Standardlösung, sondern eine technisch anspruchsvolle Anlage, die exakt auf unsere Prozesse zugeschnitten ist. Diese Bereitschaft, sich auf neue Verfahren und Anforderungen einzulassen, ist für Unternehmen wie UPM entscheidend - und ein echter Standortvorteil, der zählt."

„Leuna ist der Standort für nachhaltige Chemie. Mit der Inbetriebnahme dieser Anlage machen wir hier den nächsten großen Schritt“, so Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH. „Wir verbinden hier anspruchsvolle Abwasserbehandlung mit Energieerzeugung und Ressourceneffizienz. Damit schaffen wir nicht nur ideale Voraussetzungen für unseren Kunden UPM, sondern stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Chemiestandortes Leuna.“

Die neue anaerobe Abwasserbehandlungsanlage steht somit exemplarisch für die enge Verzahnung von industrieller Innovation und leistungsfähiger Standortinfrastruktur und unterstreicht die führende Rolle des Chemiestandortes Leuna in der Branche.

Presseanhang
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v. l. n. r.: Falko Keck, Production Manager, UPM Biochemicals GmbH, Elisabeth Kaiser, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Bundesministerium der Finanzen,  Dr. Christof Günther, Geschäftsführer InfraLeuna GmbH, bei der feierlichen Inbetriebnahme der anaerobe Abwasserbehandlungsanlage am Chemiest

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v. l. n. r.: Falko Keck, Production Manager, UPM Biochemicals GmbH, Elisabeth Kaiser, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Bundesministerium der Finanzen,  Dr. Christof Günther, Geschäftsführer InfraLeuna GmbH, bei der feierlichen Inbetriebnahme der anaerobe Abwasserbehandlungsanlage am Chemiestandort Leuna- Bildquelle: InfraLeuna

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Bioreaktoren der anaeroben Abwasservorbehandlungsanlage – Bildquelle: InfraLeuna

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v. l. n. r.: Falko Keck, Production Manager, UPM Biochemicals GmbH, Stefan Brand, Leiter Fachbereich Wasseranlagen InfraLeuna GmbH, Elisabeth Kaiser, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Bundesministerium der Finanzen, Dr. Christof Günther, Geschäftsführer InfraLeuna GmbH, bei der Begehung der anaeroben Abwasserbehandlungsanlage am Chemiestandort Leuna- Bildquelle: InfraLeuna

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v. l. n. r.: Falko Keck, Production Manager, UPM Biochemicals GmbH, Dr. Christof Günther, Geschäftsführer InfraLeuna GmbH, Elisabeth Kaiser, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Bundesministerium der Finanzen, Stefan Brand, Leiter Fachbereich Wasseranlagen InfraLeuna GmbH, bei der Begehung der anaeroben Abwasserbehandlungsanlage am Chemiestandort Leuna- Bildquelle: InfraLeuna

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Bioreaktoren der anaeroben Abwasservorbehandlungsanlage – Bildquelle: InfraLeuna

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Bioreaktoren der anaeroben Abwasservorbehandlungsanlage – Bildquelle: InfraLeuna

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