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Raffinerie teils in Betrieb

MZ 30.06.2017

Die große Fackel der Total-Raffinerie in Spergau brennt wieder. Rund sechs Wochen nach einem Brand in einer Destillationskolonne ist es das weithin sichtbarste Zeichen, dass die Kraftstoff-Produktion wieder läuft - zumindest eingeschränkt. "Erste Produktionsanlagen sind wieder in Betrieb genommen", teilte Total-Sprecher Joachim Bührmann am Donnerstag mit.

Ein Blick zurück: Bei Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten ist es am 17. Mai zu einem Schwelbrand in einer Kolonne der Destillationsanlage gekommen, die für den Gesamtbetrieb von enormer Bedeutung ist. Die beschädigte Anlage muss nun aufwendig repariert werden. Wann sie wieder einsetzbar ist, teilte das französische Unternehmen nicht mit. Es wurde allerdings ein Weg gefunden, andere bestehende Anlagen so "umzufunktionieren", dass der Stillstand der gesamten Raffinerie beendet und eine teilweise Inbetriebnahme möglich ist.

Das ist für die Kraftstoffversorgung in ganz Mitteldeutschland wichtig. Von Leuna aus werden direkt und über Tanklager insgesamt 1300 Tankstellen in der Region mit Sprit versorgt. Dazu zählen nicht nur Stationen von Total, sondern auch von anderen Ketten wie Aral, Jet oder Hem. Durch den Ausfall der Raffinerie war die Kraftstoffversorgung zwar nicht gefährdet, doch die Tank-Logistik musste umfangreich umgestellt werden. Das führte bei Hem, aber auch bei Aral dazu, dass bestimmte Kraftstoffsorten wie Diesel und E 10 an einzelnen Tankstellen nicht immer vorrätig waren. Nun teilte Total mit, dass die "Raffinerie wieder zur Versorgung regionaler Tankstellen beiträgt". Der Mineralölkonzern lässt auf Nachfrage aber offen, wieviel Prozent der Gesamtkapazität wieder zur Verfügung stehen. Betroffen vom Stillstand sind jedoch nicht nur die Tankstellen in der Region, sondern auch die Unternehmen am unmittelbar angrenzenden Chemiestandort. Besonders gefordert wird die Betreibergesellschaft InfraLeuna, die chemische Produkte für die Firmen vor allem über die Schiene auf das Gelände bringt. Geschäftsführer Christof Günther hatte gesagt, man versuche die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Bei der Angabe der genauen Unfall-Ursache hält sich das Unternehmen weiter bedeckt. Das Feuer, bei dem nach Firmenangaben keine Person zu Schaden kam, ist ausgebrochen, als die Kolonne für Wartungsarbeiten vorbereitet wurde. Dazu wurde die Anlage mit Wasser gespült. Bei der Öffnung der Inspektionsluken entzündeten sich dennoch Partikel an der Luft. Der Tüv Thüringen hat die Unfallursache untersucht. Auf MZ-Anfrage teilten als Aufsichtsbehörden sowohl das Arbeitsministerium Sachsen-Anhalt als auch das Landesverwaltungsamt mit, dass ein Abschlussbericht zur Unfallursache derzeit nocht nicht vorliegt. Bührmann erklärte, man werde sich "aktuell nicht zu Interna äußern".