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Durchatmen im Saalekreis: Bessere Luftqualität als in Halle

MZ 13.09.2017

Regelmäßig überschreitet die Luft in Halle die zulässigen Grenzwerte für die Belastung mit Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2). Die Deutsche Umwelthilfe drohte der Saalestadt wie auch zahlreichen anderen Kommunen deswegen jüngst mit einer Klage, schließlich sind diese für die Einhaltung der Werte und die Gesundheit ihrer Bewohner verantwortlich.

Die Verantwortlichen in Halle schlossen deshalb zuletzt sogar ein Dieselfahrverbot, das eine Studie als effektivstes Mittel gegen Luftverschmutzung identifiziert hatte, nicht mehr aus.

B91 als eine stark frequentierte Verkehrsader

Doch wie sieht die Situation vor den südlichen Toren der Stadt im Saalekreis aus? Hier stehen die großen Chemieanlagen, hier zieht sich mit der B91 auch eine stark frequentierte Verkehrsader entlang, teilweise sogar mitten durch die Orte, wie etwa in der Merseburger Thomas-Müntzer-Straße. Eine offizielle Messstation des Luftüberwachungssystems Sachsen-Anhalt (Lüsa) sucht man hier jedoch vergebens.

Und das sei auch richtig so, teilt das Landesumweltamt (Lau) auf Nachfrage mit: Entsprechend der Einwohnerzahl und der Belastungshöhe sei nach den Kriterien einer Durchführungsverordnung für das Immissionsschutzgesetz eine Messstation im Kreis ausreichend.

Luftsituation in Leuna ist deutlich besser als in Halle

Die steht eben nicht entlang der Hauptverkehrsstraßen, sondern etwas abseits am Sportplatz in Leuna: „Der Messstandort wurde ausgewählt, um den Einfluss der in diesem Gebiet angesiedelten chemischen Industrie auf die Luftqualität zu überwachen“, begründet Lau-Sprecher Jost Walter die Standortwahl. 2016 ergaben die Messungen dort lediglich vier Tage, an denen der Grenzwert für Feinstaub überschritten wurde. Zulässig sind laut Gesetz 35 Tage. Die Luftsituation in Leuna ist somit deutlich besser als in Halle.

In diesem Jahr hat das Umweltamt immerhin schon zehn Grenzwertüberschreitung registriert. Mitarbeiter Wolfgang Garche führt dies auf eine Inversionswetterlage im Februar zurück, in der es kaum Wind und damit auch kaum Luftaustausch gab. Diese habe deutschlandweit zu höheren Luftverschmutzungswerten geführt.

Passivsammler zur Messung der Stickstoffoxidkonzentration

Das Lau verlässt sich bei der Kontrolle der Luftqualität allerdings nicht nur auf die Messstation Leuna, wie Walter erläutert: „In einem aufwendigen Modellierungsprozess wurden an Verkehrsschwerpunkten anhand von Messergebnissen zu Kfz-Belegungszahlen, Art der Bebauung, Durchlüftungsverhältnissen die Straßenabschnitte ermittelt, an denen die Gefahr von Grenzwertüberschreitungen bestehen könnte. An diesen Abschnitten wurden und werden orientierende Messungen durchgeführt.“

Dabei kämen zum Beispiel Passivsammler zur Messung der Stickstoffoxidkonzentration zum Einsatz. Garche beschreibt die als kleine unscheinbare Röhrchen, die von den Mitarbeitern zwei bis vier Wochen lang aufgehängt werden. Mit ihnen lassen sich zwar keine Tageswerte, aber zumindest der Jahresmittelwert ermitteln.

Zehn Feinstaubübertritte in Leuna

Und nun kommt doch die B91 alias Thomas-Müntzer-Straße in Merseburg ins Spiel. Denn dort hängt unweit der Ecke ein ebensolcher Passivsammler für Stickstoffdioxid. Kritische Ergebnisse hat der bisher noch nicht geliefert. Das gilt mit Ausnahme der zehn Feinstaubübertritte in Leuna auch für alle anderen Messungen im Saalekreis. Der Befund lautet daher: Die Luft ist - zumindest nach rechtlichen Maßstäben - rein.

– Quelle: www.mz-web.de/28403784 ©2017