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Die Chemie stimmt

MZ 11.07.2019

Die Zeit ist knapp. Immer wieder geht der Blick zur Uhr. Mit jeder Minute, die das belgische Königspaar später kommt, wird der Zeitplan etwas enger. Am späten Mittwochnachmittag waren König Philippe und Königin Mathilde aus Belgien zu Gast im Saalekreis und zu Besuch bei der Betreibergesellschaft des Chemiestandortes InfraLeuna sowie dem belgischen Chemieunternehmen Domo Chemicals. Es war der letzte Stopp auf ihrer zweitägigen Reise durch Thüringen und Sachsen-Anhalt, denn am Flughafen Leipzig/Halle wartete am frühen Abend schon der Flieger auf das Paar.

Mit etwas 25 Minuten Verspätung und einem Tross aus Fahrzeugen, der kaum in die eigentlich schon großzügige Zufahrt der InfraLeuna passt, kommen die Majestäten an. Etwas abseits warten Werner Popp und Fabian Knötzsch. Der 66-jährige Werner Popp ist zwar schon in Rente, kennt den Standort als ehemaliger Prokurist der InfraLeuna aber wie seine Westentasche. Die Umwälzungen, die die Wiedervereinigung mit sich brachte, hat er nicht nur begleitet, sondern auch gestaltet. Auf der anderen Seite steht Fabian Knötzsch, der mit seinen 21 Jahren in der Ausbildung zum Chemielaboranten bei der Infra steckt und Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung ist. Beide sind eingeladen, um an einem Gespräch teilzunehmen, bei dem sich das Königspaar über die Transformation des Chemiestandortes nach der Wende informieren will.

Das Königspaar ist in Begleitung des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) und wird am Standort von InfraLeuna-Geschäftsführer Christof Günther, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Domo Chemicals Jan De Clerck und Leunas Bürgermeisterin Dietlind Hagenau (parteilos) empfangen. Ihr erster Gang führt sie direkt in das Besucherinformationszentrum, in dem Christof Günther ihnen einen kleinen Einblick in das Gelände und die Arbeit am Standort gibt. Danach schließen sich die Türen für die Öffentlichkeit für ein Gespräch im kleinen Kreis.

"Das war schon etwas sehr Besonderes", sagt Werner Popp im Anschluss. Aufgrund der Kürze der Zeit konnte das Gespräch, das sich hauptsächlich um die Transformation des Standortes drehen sollte, nicht tiefgründig geführt werden. Doch der Besuch eines Königspaares sei außergewöhnlich. "Jeder, bis hin zum Ministerpräsidenten, hat versucht, die Etikette zu wahren. Das hat man gespürt", so Popp. Auch für ihn war es der erste Kontakt zu einem König. Dass das Paar ausgerechnet Leuna und das Thema der Transformation ausgesucht hat, ehrt den Standort, findet Popp. Überraschen tut es ihn jedoch nicht. Die belgischen Firmen hatten einen erheblichen Anteil bei der Neuausrichtung. "Die allererste Privatisierung überhaupt war im April 1993 vom belgischen Unternehmen UCB Chemie und die größte Privatisierung war im November desselben Jahres von der belgischen Domo Group, die die Caprolactam-Produktion übernahm.

Teil es Gesprächs war nicht nur der Blick in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft, die durch den 21-jährigen Knötzsch symbolisiert wurde. Er habe erzählt, dass er stolz sei, an dem Standort zu arbeiten, der für Innovation stehe. Das Motto "Chemie verbindet" nimmt der gebürtige Leunaer persönlich und findet, dass die Verbindung zur Industrie und zur Heimat sowie untereinander entscheidend ist. Vorbereitet hat sich Knötzsch im Vorfeld aber schon. Aus der Innentasche seines Jacketts holt er einen kleinen Zettel mit Stichpunkten und sogar Übersetzungen in Englisch. Auch Popp habe sich im Vorfeld Notizen gemacht. "Bei dieser knappen Zeit muss man sich auf das Wesentliche reduzieren."

Anschließend hat das Königspaar noch die Produktion von Domo Chemicals besucht, mit Fokus auf die Folienanlage, die den modernen Standard widerspiegelt und erst 2018 eröffnet wurde. "Für Domo Chemicals als auch für mich persönlich ist es eine außerordentliche Ehre, dem König und der Königin der Belgier unsere moderne Folienanlage zeigen zu dürfen", so Jan De Clerck.

Begeistert vom Besuch des Paares zeigt sich InfraLeuna-Geschäftsführer Christof Günther. Das Paar sei sehr volksnah, habe sich mit Mitarbeitern der Domo Chemicals unterhalten und ehrliches Interesse am Standort gezeigt. Ihr Interesse galt bei den Stippvisiten dem Bauhaus in Dessau, der Reformation in Wittenberg und der Geschichte, aber vor allem, und darüber hat sich InfraLeuna-Chef Christof Günther besonders gefreut, der Zukunft der Chemie in Leuna.