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Bio-Kunststoffe aus Holz: UMP beginnt mit dem Bau einer weltweit einzigartigen Bioraffinerie in Leuna

Pressemitteilung UPM vom 07.10.2020

Offizieller Spatenstich für die Bioraffinerieanlage am Chemiestandort Leuna. Foto: Florian Schönfeld

Das finnische Unternehmen UPM hat gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, UPM Executive Vice President Technology Jyrki Ovaska und InfraLeuna Geschäftsführer Dr. Christof Günther den ersten Spatenstich für den Bau einer weltweit einzigartigen Bioraffinerie gesetzt.

Ab 2022 sollen in Leuna aus nachhaltig erwirtschaftetem Laubholz Biochemikalien gewonnen werden. Diese ermöglichen für eine Vielzahl von Anwendungen, darunter Textilien, Kunststoffe, Gummi, Kosmetika und Medikamente, sowohl den Verbrauch fossiler Rohstoffe wie auch CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Die innovative Bioraffinerie wurde bereits durch das World BioEconomy Forum als The Bio Act of the Year 2020 ausgezeichnet. UPM geht den nächsten Schritt in der Weiterentwicklung des eigenen Geschäfts von der reinen Papier- und Zellstoffherstellung hin zum Anbieter von Bioökonomielösungen auf Basis von nachhaltig erwirtschaftetem Holz aus regionalen Wäldern.  

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff lobt das nachhaltige Engagement des Unternehmens am Standort Leuna: „Sachsen-Anhalt entwickelt sich immer mehr zu einem Land der Zukunftstechnologien. Dazu trägt das Investment maßgeblich bei.  Der Bau der Bioraffinerie ist eine Schlüsselinvestition für Leuna und Sachsen-Anhalt. Ich danke dem Unternehmen, dass es sich für Sachsen-Anhalt entschieden hat. Leuna bietet mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur ein attraktives Umfeld, wie man es sich besser kaum denken kann.“ Insgesamt 550 Millionen Euro investiert UPM in den Bau der Bioraffinerie. Die jährliche Produktionskapazität des Werkes wird bei 220.000 Tonnen liegen.  

Ein bedeutsamer Innovationsschritt ist diese Investition insbesondere auch für UPM selbst, wie UPM Executive Vice President Technology Jyrki Ovaska betont: „Unser zentrales Bestreben ist es, Innovationen für eine Zukunft ohne fossile Rohstoffe zu schaffen. Die Investition in die Bioraffinerie markiert daher einen Meilenstein unserer Unternehmenstransformation, mit der wir noch lange nicht am Ende sind. Sie ist aber auch ein Meilenstein für unsere Innovationsarbeit. Die Technologien wurden von UPM – teilweise gemeinsam mit Partnern – entwickelt und werden nun in Leuna zur industriellen Reife gebracht.“ Ovaska ist es aber auch wichtig zu betonen, dass mit dem Wechsel von fossilen zu nachhaltigen Rohstoffen nur ein Schritt auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen Kreislaufwirtschaft getan ist: „Gerade im Bereich der Kunststoffe muss es auch weiterhin darum gehen, unnötige Verpackungen zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass die wertvollen Materialien im Recyclingkreislauf und nicht in der Umwelt landen.“  

Viele Bestrebungen auf dem Weg zu einer vollständigen Kreislaufwirtschaft setzen bei der Wiederverwendung und -verwertung der Materialien an. Selten ging es jedoch um das Ausgangsprodukt. Die Prozesse in der Bioraffinerie schließen diese Lücke. So wird Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zu Biochemikalien weiterverarbeitet, die dann als Rohstoffe für die Produktion verantwortungsvoller Kunststoffe genutzt werden können. „Für die Herstellung der Rohstoffe verwenden wir zertifiziertes Buchenindustrieholz aus der forstlichen Waldpflege in der Region und können sogar Teile des Baumes verwenden, die sonst nicht verwertet werden können, sowie Reststoffe aus Sägewerken. Damit fördern wir eine nachhaltige Waldwirtschaft und geben Waldbesitzern eine wirtschaftliche Perspektive für die Umwandlung von Nadelwäldern in klimastabilere Mischwälder“, erklärt Dr. Michael Duetsch, Vice President, UPM Biochemicals Business.  „In der Bioraffinerie wird das Holz dann weiter zu Biochemikalien verarbeitet, aus denen zum Beispiel Kleidungsstücke, Autoreifen, Möbel und PET-Flaschen hergestellt werden können und die perfekt in alle bestehenden Wiederverwendungs- und Recyclingsysteme passen. Damit gehen wir einen großen Schritt, um von fossilen zu erneuerbaren Ressourcen zu gelangen.”

Die InfraLeuna, Betreiber der Infrastruktureinrichtungen am Chemiestandort Leuna, investiert selbst mehr als 100 Millionen Euro in die Infrastruktur zur Versorgung der neuen Bioraffinerie. „Die Entscheidung von UPM für Leuna unterstreicht unsere führende Position im Wettbewerb. Nun eröffnen sich ganz neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Chemie an unserem Standort Leuna“, erklärt InfraLeuna Geschäftsführer Dr. Christof Günther. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zeigt sich ebenfalls erfreut über die Entwicklung der Region: „Das Land Sachsen-Anhalt hat sein Versprechen gehalten, das Mitteldeutsche Revier mit Zukunftstechnologien zu unterstützen.“  

Das Bundesland Sachsen-Anhalt unterstützt das Investitionsvorhaben von UPM aktiv, unter anderem durch die Bereitstellung von Fördermitteln in Höhe von insgesamt knapp 20 Millionen Euro. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann überreichten den Zuwendungsbescheid heute anlässlich des Spatenstichs. „Das UPM Projekt steht voll im Zeichen der von uns vorangetriebenen Weiterentwicklung des Chemiestandortes Leuna. Mit der Ansiedlung der Bioraffinerie vergrößern wir das Kompetenzcluster Biotechnologie und öffnen neue Zukunftsperspektiven für den Standort. Durch kluge Wirtschaftsförderung stellen wir die Weichen, um Sachsen-Anhalt zum Land der Zukunftstechnologien zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Willingmann.