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    Löwe der Papierherstellung

    MZ 08.02.2017

    08.02.2017

    Mit einem Löwen an ihrer Seite hat die Papierfabrik Wepa in Leuna ihre Produktion im vergangenen Jahr erweitert. Die Papiermaschine, die auf den Namen "Lion" (zu Deutsch: Löwe) getauft wurde, war im Sommer eingebaut worden und läuft seit Mitte Oktober auf Hochtouren. Bis zu 23.000 Tonnen soll sie im Jahr produzieren und ist damit die vierte Papiermaschine in Leuna. Hergestellt wird dort Hygienepapier.

    Es war ein Mammutprojekt mit einer Summe von 14 Millionen Euro für das Unternehmen, das im Schwerpunkt Toiletten- und Küchenpapier produziert. Mit der neuen maschinellen Leistung brauchte das Unternehmen nicht nur mehr Platz und erweiterte kurzerhand auch den Lagerbereich um ein Drittel. Und man brauchte auch Personal. 28 Stellen wurden durch die Erweiterung geschaffen. "Dafür haben wir sehr viel Unterstützung beim Jobcenter und der Agentur für Arbeit erhalten", so Lars-Helge Peters, Geschäftsführer der Wepa. Immerhin 13 Mitarbeiter wurden so vermittelt. "Wir wollten jenen eine zweite Chance geben, die in schwieriges Fahrwasser gekommen sind", sagt Peters weiter. Mittlerweile haben fast alle ihre Beschäftigung angetreten - sei es im Bereich Verarbeitung, Instandsetzung, Logistik oder Labor. Davor lag jedoch eine theoretische und praktische Qualifizierung, die insgesamt über 15 Wochen lief und die nicht jeder der Bewerber bis zum Schluss durchgehalten hat. Sei es aus privaten oder fachlichen Gründen, so Personalreferentin Stefanie Marx. "Etwa die Hälfte der Beschäftigten, die mit der neuen Maschine zu tun haben, konnten im Vorfeld die Maschine in Italien kennenlernen", so Peters. 

    Mittlerweile läuft das Papier mit 550 Meter pro Minute über die Rollen der Maschine in Leuna. Die Papierlagen werden in der gewünschtgen Anzahl miteinander verleimt, bevor sie zu Klopapierrollen aufgerollt werden. Je nach Wunsch noch mit einer Prägung, Duft oder einer Lotion versehen. Alles ist möglich.

    Gert Kuhnert, Betriebsleiter des Jobcenters Saalekreis, hat sich vor Ort die neue Technik angeschaut und ist erfreut über das Engagement, dass Wepa in den letzten Monaten bei der Suche nach geeignetem Personal gezeigt hat. "Einzelvermittlungen sind eher an der Tagesordnung, aber ich wünsche mir natürlich, dass andere Unternehmen dem Beispiel folgen." Kuhnert blickt auf ein Jahr zurück, das vor allem durch positive Entwicklungen geprägt war. Zwischen Januar und Dezember 2016 sank die Zahl der Hartz-IV-Empfänger beim Jobcenter um fast 1000 Menschen. Eine Entwicklung, so Kuhnert, die man nicht nur der Demografie zurechnen kann. Zwar seien 100 Menschen im Alter von 60 Jahren und älter aus der Statistik gegangen, aber das sei nur ein geringer Teil. Den Erfolg schreibe er dagegen den zahlreichen Qualifikationsmaßnahmen und Programmen zu, an denen sich das Jobcenter beteiligt, um Hartz-IV-Empfänger fit für den Arbeitsmarkt zu machen.